QM-System

01.7 - Stellt der Akkreditierungsrat Urkunden für die von ihm verliehenen Akkreditierungen aus?

11/2020

Nein. Der Akkreditierungsrat hinterlegt von ihm ausgesprochene Akkreditierungen in der Akkreditierungsdatenbank unter https://antrag.akkreditierungsrat.de; dort können u.a. die Akkreditierungsbeschlüsse des Akkreditierungsrates öffentlich eingesehen sowie – im internen Bereich – die dazugehörigen Bescheide heruntergeladen werden. Die Dokumente geben jeweils Auskunft über die Entscheidung des Akkreditierungsrates inklusive Begründung, ggf. ausgesprochene Auflagen und die festgesetzte Akkreditierungsfrist. Insbesondere kann auf die Seite mit den Akkreditierungsinformationen für jeden Studiengang, jedes hochschulinterne QM-System und jedes alternative Verfahren verlinkt werden, so dass der tagesaktuelle Stand jederzeit dokumentiert ist und kommuniziert werden kann. Jede Urkunde würde im Informationsgehalt hinter diesen Datenbankeinträgen zurückbleiben.

Urkunden müssten laufend gepflegt und neu ausgestellt werden, etwa wenn die Akkreditierungsfrist verlängert wird, wenn sich eine Studiengangsbezeichnung ändert oder eine andere wesentliche Änderung vorgenommen wird, wenn in Kombinationsstudiengängen neue Teilstudiengänge zugeordnet werden oder wenn Teilstudiengänge wegfallen et cetera. Die Urkunden müssten auf der Datenbankseite dokumentiert werden, würden diese unübersichtlicher gestalten und die Informationen in den Beschlüssen, wenngleich nicht vollständig, duplizieren.

Trotz der Möglichkeiten zur Automatisierung im ELektronischen Informations- und AntragsSystem „ELIAS“ würde die Urkundenpflege zusätzlichen Programmieraufwand und zusätzliche Komplexitäten mit sich bringen, für die im Sinn eines schlanken und bezahlbaren Akkreditierungssystems weder personelle noch finanzielle Kapazitäten zur Verfügung stehen. Dies gilt umso mehr, da an den Akkreditierungsrat verschiedentlich auch der Wunsch nach englischsprachigen Urkunden herangetragen wurde, für die die vorhandenen Akkreditierungsinformationen keine Grundlage bieten, so dass die dafür erforderlichen Texte eigens erstellt und geprüft werden müssten.
Zusätzlich zur Datenbank stellt der Akkreditierungsrat für akkreditierte Studiengänge, QM-Systeme und alternative Verfahren ein Siegel in elektronischer Form zur Verfügung, das zur Eigenwerbung v.a. im Internet gern genutzt werden kann.

02.1 - Bis wann muss ein nach altem Recht* akkreditiertes Qualitätsmanagementsystem die Kriterien der Musterrechtsverordnung (MRVO) bzw. der entsprechenden Länderverordnung spätestens umgesetzt haben? (*Ausschlaggebend für eine Akkreditierung nach altem Recht ist der Zeitpunkt des Vertragsschlusses zwischen Hochschule und Agentur für das Begutachtungsverfahren.)

03/2018, geändert 06/2018

Nach Ziff. 6.2 der „Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung“ (Beschluss des Akkreditierungsrates in der Fassung vom 20.02.2013) ist die Einhaltung der jeweils geltenden gesetzlichen Vorgaben verpflichtend. Damit hat die Hochschule, mittels ihres internen Qualitätsmanagementsystems, grundsätzlich allein die in der MRVO enthaltenen formalen und fachlich-inhaltlichen Kriterien für Studiengänge zu beachten.

Dass etwaige Umstellungen eine gewisse Zeit benötigen, liegt auf der Hand; jede systemakkreditierte Hochschule sollte unmittelbar nach Erlass neuer Regeln die Auswirkungen auf das interne QM-System prüfen und bei Änderungsbedarf die Umsetzung mit einem Zeitplan auf den Weg bringen. In der jeweils folgenden Systemakkreditierung sollte besprochen werden, ob sich das QM-System als hinreichend adaptiv für neue Rahmenbedingungen erwiesen hat.

Die in § 17 und § 18 MRVO normierten Kriterien für interne Qualitätsmanagementsysteme sind dagegen erst mit der nächsten Systemreakkreditierung zu beachten.

Siehe zu dieser Frage auch FAQ 6.2.

03.6 - Anforderungen an Qualitätsberichte

03/2022

03.6.01 Woher kommt die Bezeichnung „Qualitätsbericht“?

Der Akkreditierungsrat hat die Bezeichnung „Qualitätsbericht“ in seinem Beschluss „Berichtspflichten für systemakkreditierte Hochschulen“ vom 24.09.2018 eingeführt, um Verwechslungen zwischen den unterschiedlichen Berichtstypen innerhalb des Akkreditierungssystems zu vermeiden. Im Unterschied zu den Akkreditierungsberichten, die in der Programmakkreditierung gemäß § 24 Abs. 3 und 4 MRVO von den Agenturen bzw. den Gutachterinnen und Gutachtern (auf Grundlage des vom Akkreditierungsrat vorgegebenen Rasters) erstellt werden, handelt es sich bei den von den systemakkreditierten Hochschulen zu veröffentlichenden Berichten um so genannte Qualitätsberichte. Damit soll auch zum Ausdruck gebracht werden, dass für die Berichte in der Programmakkreditierung und für die Berichte in den internen Verfahren systemakkreditierter Hochschulen unterschiedliche Anforderungen gelten. Insbesondere sind systemakkreditierte Hochschulen ausdrücklich nicht an die Nutzung des vom Akkreditierungsrat vorgegebenen Berichtsrasters gebunden.

 

03.6.02 Aus welchen Vorgaben der Musterrechtsverordnung leitet sich die Pflicht zur Veröffentlichung von Qualitätsberichten ab?

Die Vorgaben zur Veröffentlichung der Akkreditierungsergebnisse sind in § 18 Abs. 4 und § 29 der Musterrechtsverordnung (MRVO) geregelt und stehen im Einklang mit den Anforderungen auf europäischer Ebene, die in Ziffer 2.6 der European Standards and Guidelines definiert sind.

Gemäß § 29 MRVO muss der Akkreditierungsrat seine Akkreditierungsentscheidungen und die zugehörigen Akkreditierungsberichte veröffentlichen. Dies gilt, wie es in der Verordnung weiter heißt, für interne Akkreditierungsentscheidungen systemakkreditierter Hochschulen entsprechend. Das bedeutet:
Systemakkreditierte Hochschulen müssen zum einen ihre internen Akkreditierungsentscheidungen und zum anderen die zugehörigen (Qualitäts-)Berichte veröffentlichen. Somit wird die Veröffentlichungspflicht – wie es in der Begründung zu § 29 MRVO heißt – auf die internen Akkreditierungsentscheidungen systemakkreditierter Hochschulen erweitert. In § 18 Abs. 4 MRVO wird näher dargestellt, in welcher Weise die Veröffentlichung zu erfolgen hat: Die Hochschule informiert die Öffentlichkeit über die auf der Grundlage des hochschulinternen Verfahrens erfolgten Akkreditierungsentscheidungen und stellt dem Akkreditierungsrat die zur Veröffentlichung nach § 29 erforderlichen Informationen – mithin auch einen (Qualitäts-)Bericht – zur Verfügung.

 

03.6.03 Welche Funktion sollen Qualitätsberichte erfüllen?

Die Veröffentlichung der Akkreditierungs- bzw. Qualitätsberichte dient sowohl in der Programmakkreditierung als auch in den internen Verfahren systemakkreditierter Hochschulen der Transparenz: Studieninteressierte, Studierende, potenzielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie die interessierte Öffentlichkeit können sich auf Grundlage der öffentlich zugänglichen Berichte ein Bild von dem zugrundeliegenden Verfahren, den Begutachtungsergebnis-sen und den ggf. ergriffenen Maßnahmen zur Weiterentwicklung eines Studienprogramms machen.

Nun müssen Qualitätsberichte – je nach Ausgestaltung des hochschulinternen QM-Systems – nicht unbedingt als Grundlage für eine Akkreditierungsentscheidung oder als zentrales Feedback-Instrument dienen, wie dies bei den Akkreditierungsberichten in der Programmakkreditierung der Fall ist. Das bedeutet: Qualitätsberichte können eine Funktion (oder auch mehrere) innerhalb des QM-Systems einer systemakkreditierten Hochschule haben, sie müssen es aber nicht. Ebenso gut kann ein Qualitätsbericht ausschließlich dazu dienen, Inhalt und Ergebnis des internen Akkreditierungsverfahrens nach außen hin zu dokumentieren.

 

03.6.04 Werden Qualitätsberichte nur im Falle von QM-Systemen erwartet, die die Programmakkreditierung nachbilden?

Ausdrücklich nein. Es gilt, was der Akkreditierungsrat in seinem Beschluss „Hinweise für Qualitätsberichte systemakkreditierter Hochschulen“ vom 17.09.2019 festgehalten hat: Systemakkreditierten Hochschulen soll eine Form der Berichtslegung ermöglicht werden, die der individuellen Ausgestaltung ihrer QM-Systeme Rechnung trägt. Es liegt auf der Hand, dass Qualitätsberichte im Fall von QM-Systemen, die beispielsweise ein kontinuierliches Studiengangsmonitoring („begleitendes Verfahrensmodell“) vorsehen, in der Regel anders aufgebaut sein dürften als solche, die auf der Grundlage eines an der Programmakkreditierung orientierten Verfahrensmodells erstellt werden.

Da ein Studiengang das Siegel des Akkreditierungsrates nur dann tragen darf, wenn er nachgewiesenermaßen alle formalen und fachlich-inhaltlichen Kriterien erfüllt, muss dem Qualitätsbericht allerdings entnommen werden können, auf welche Weise und mit welchem Ergebnis dieser Nachweis erfolgt ist. Bei begleitenden Verfahrensmodellen kann es daher ggf. sinnvoll sein, im Qualitätsbericht ausführlicher über die Funktions- und Verfahrensweise des QM-Systems zu informieren und die Angaben zur Weiterentwicklung des betreffenden Studiengangs unter Berücksichtigung der zugrundeliegenden Mechanismen – u.a. der Bewertungen durch Externe gemäß § 18 Abs. 1 MRVO – zu ergänzen.

 

03.6.05 Warum hat der AR (zusätzlich zu den Vorgaben in der Musterrechtsverordnung) Hinweise für Qualitätsberichte systemakkreditierter Hochschulen beschlossen?

Im Unterschied zu dem vergleichsweise standardisierten Verfahren der Programmakkreditierung zeichnen sich die von den systemakkreditierten Hochschulen implementierten internen Verfahren durch eine große Vielfalt aus. Daher muss den systemakkreditierten Hochschulen eine Form der Berichtslegung ermöglicht werden, die der individuellen Ausgestaltung ihrer QM-Systeme Rechnung trägt, die aber zugleich zeigt, dass die Erfüllung der formalen und fachlich-inhaltlichen Kriterien für den jeweiligen Studiengang nachgewiesen wurde.

Die in § 29 MRVO enthaltene Regelung, wonach die für den Akkreditierungsrat geltende Pflicht zur Veröffentlichung seiner Akkreditierungsentscheidungen und Akkreditierungsberichte für systemakkreditierte Hochschulen entsprechend gelte, ist sehr offen formuliert und führte in der Vergangenheit zu zahlreichen Nachfragen systemakkreditierter Hochschulen.

Um Missverständnisse zu vermeiden und zugleich eine konsistente Veröffentlichungspraxis innerhalb des Akkreditierungssystems zu gewährleisten, hat es der Akkreditierungsrat daher für notwendig erachtet, eine Auslegung der grundlegenden §§ 18 Abs. 4 und 29 Satz 3 MRVO in Form des Beschlusses “Hinweise für Qualitätsberichte systemakkreditierter Hochschulen“ vom 17.09.2019 zu verabschieden.

06.2 - Welche Regelungen gelten für Systemakkreditierungsverfahren mit Vertragsschluss bis einschließlich dem 31.12.2017 und für abgeschlossene Systemakkreditierungen, die auf solchen Altverträgen beruhen?

06/2018

Für solche Systemakkreditierungen bzw. Systemakkreditierungsverfahren ist nach Ziff. 6.2 der „Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung“ (Beschluss des Akkreditierungsrates in der Fassung vom 20.02.2013)  die Einhaltung der jeweils geltenden gesetzlichen Vorgaben verpflichtend. Damit hat die Hochschule, mittels ihres internen Qualitätsmanagementsystems, grundsätzlich allein die in der MRVO enthaltenen formalen und fachlich-inhaltlichen Kriterien für Studiengänge zu beachten. Dass etwaige Umstellungen eine gewisse Zeit benötigen, liegt auf der Hand; jede systemakkreditierte Hochschule sollte unmittelbar nach Erlass neuer Regeln die Auswirkungen auf das interne QM-System prüfen und bei Änderungsbedarf die Umsetzung mit einem Zeitplan auf den Weg bringen. In der jeweils folgenden Systemakkreditierung sollte besprochen werden, ob sich das QM-System als hinreichend adaptiv für neue Rahmenbedingungen erwiesen hat.

Die vom Akkreditierungsrat nach altem Recht verabschiedeten Kriterien für Studiengänge und die zu diesen Kriterien erlassenen Auslegungsbeschlüsse, Handreichungen und Rundschreiben sind also grundsätzlich nicht mehr zu beachten, es sei denn der Akkreditierungsrat übernimmt diese in das neue Recht und veröffentlicht dazu gesonderte FAQs (siehe dazu auch FAQ Nr. 6.3).

Die in Teil 4 der MRVO enthaltenen Verfahrensregeln und in § 17 und § 18 MRVO normierten Kriterien für interne Qualitätsmanagementsysteme selbst sind in solchen Altfällen nicht zu berücksichtigen. Diesbezüglich gelten die bisherigen Beschlüsse, Handreichungen und Rundschreiben des Akkreditierungsrates fort.

Siehe dazu auch FAQ 2.1.

18.2 - Was ist eine wesentliche Änderung des Akkreditierungsgegenstands?

04/2021

Grundsätzlich sind alle Änderungen an einem Studiengang oder einem QM-System anzeigerelevant, die eine Neubewertung der Erfüllung eines formalen oder fachlich-inhaltlichen Kriteriums erforderlich machen. Bei weitem nicht jede Änderung am Studiengang ist jedoch eine wesentliche Änderung im Akkreditierungssinn – vgl. dazu unten FAQ 18.3 „Was ist keine wesentliche Änderung…“.

Die Begründung zu § 28 MRVO zählt neun Änderungen auf, die „insbesondere“ wesentliche Änderungen sein können: Diese betreffen

  1. Studiengangsbezeichnung
  2. Regelstudienzeit des Studiengangs
  3. Abschlussgrade des Studiengangs
  4. Konzeption des Studiengangs
  5. Qualifikationsziele des Studiengangs
  6. Profil des Studiengangs
  7. Inhalte des Studiengangs
  8. Einrichtung von Vertiefungsrichtungen, die zu substantiell unterschiedlichen Kompetenzen bei den Absolventinnen und Absolventen führen
  9. wenn ein identisches Curriculum in verschiedenen Vermittlungsformen, an unterschiedlichen Lernorten oder von unterschiedlichen Partnern angeboten wird.

Nachfolgend einige wenige Beispiele für diese „Änderungstypen“:

  • die im Studiengang insgesamt vergebenen Leistungspunkte werden geändert
  • die Studienform (z.B. Vollzeit/berufsbegleitend) wird geändert oder eine Studienform wird (als zusätzliche Variante) neu eingeführt
  • Profilmerkmale (konsekutiv/weiterbildend, forschungs-/anwendungsorientiert) werden geändert
  • die übergreifenden Qualifikationsziele werden signifikant geändert
  • das Curriculum wird grundlegend geändert, etwa durch
    • das ersatzlose Streichen von Pflichtmodulen
    • die Einführung neuer Vertiefungsrichtungen / Schwerpunkte

(Bitte beachten Sie: Diese Aufzählung ist nicht abschließend.)

Nachfolgend einige wenige Beispiele für Änderungen, die in der MRVO nicht ausdrücklich genannt sind, im Sinne von § 28 aber wesentlich sein können:

  • nach §§ 9, 19, 20 MRVO regelungspflichtige Kooperationen mit nichthochschulischen bzw. hochschulischen Partnern werden neu eingegangen, oder es ändern sich bestehende Kooperationsverhältnisse
  • die Aufnahmekapazitäten werden signifikant erhöht
  • personelle oder sächliche Ressourcen werden signifikant reduziert

(Bitte beachten Sie: Auch diese Aufzählung ist nicht abschließend.)